Stellungnahme

MD-Gutachten zur TAPE bei Gonarthrose: DeGIR bereitet fachliche Einordnung vor

Die DeGIR wird eine Stellungnahme zum Gutachten des Medizinischen Dienstes Bund zur transarteriellen periartikulären Embolisation (TAPE) bei Gonarthrose abgeben.

von DeGIR · 4. Juni 2026

Das vom Medizinischen Dienst Bund veröffentlichte Gutachten zur transarteriellen periartikulären Embolisation (TAPE) bei Gonarthrose hat in den vergangenen Wochen zu erheblicher Verunsicherung geführt. Der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie (DeGIR) liegen Hinweise vor, dass das Gutachten in einzelnen Fällen zum Anlass genommen wird, die Abrechnung des Verfahrens zu beanstanden oder bereits erbrachte Leistungen infrage zu stellen.

Vor diesem Hintergrund erarbeitet der Vorstand der DeGIR eine ausführliche wissenschaftliche Stellungnahme zum Gutachten. Darin wird sich die Fachgesellschaft differenziert mit der aktuellen Evidenzlage sowie mit den methodischen und inhaltlichen Schlussfolgerungen des Gutachtens auseinandersetzen.

Ein besonderer Dank gilt Prof. Peter Minko, der die Erstellung der Stellungnahme federführend koordiniert und maßgeblich vorantreibt.

Auf Grundlage der Stellungnahme wird die DeGIR zeitnah das Gespräch mit dem GKV-Spitzenverband suchen. Ziel ist ein konstruktiver Dialog über die Bewertung der derzeit verfügbaren Evidenz, die Bedeutung der laufenden klinischen Studien sowie die Auswirkungen des Gutachtens auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten und die betroffenen Leistungserbringer.

Die DeGIR betont, dass zwischen der wissenschaftlichen Bewertung einer noch jungen Therapie und möglichen Konsequenzen für bereits behandelnde Zentren sorgfältig unterschieden werden muss. Um die aktuelle Situation bundesweit besser einschätzen und die Interessen ihrer Mitglieder wirksam vertreten zu können, bittet die Fachgesellschaft alle Kolleginnen und Kollegen, die mit Abrechnungsbeanstandungen, Rückforderungsansprüchen oder vergleichbaren Sachverhalten konfrontiert sind, die DeGIR-Geschäftsstelle darüber zu informieren.

Ansprechpartnerin ist:

Melek Mirzanli DeGIR-Geschäftsstellenleitungmirzanli@drg.de

Die DeGIR wird ihre Mitglieder über weitere Entwicklungen fortlaufend informieren.