Gefördert wird der Werner-Porstmann-Preis von der Rolf W. Günther Stiftung für Radiologische Wissenschaften. Die Stiftung setzt damit ein Zeichen für die Förderung der deutschen Interventionellen Radiologie und ihres wissenschaftlichen Nachwuchses.
Zwei Pioniere der Interventionellen Radiologie, ein Preis
Werner Porstmann begründete an der Charité in Berlin die perkutane bildgesteuerte Transkathetertherapie und zählt weltweit zu den Pionieren der Interventionellen Radiologie. Stiftungsgründer Prof. Dr. Rolf W. Günther hat das Fach durch seine experimentelle und klinische Forschung, die Ausbildung zahlreicher Expertinnen und Experten sowie praxisorientierte Fortbildungskurse entscheidend mitgeprägt. Nach seiner Amtszeit als Lehrstuhlinhaber und Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Aachen war er als Distinguished Professor für Forschung und Entwicklung an der Charité tätig.
Mit ihrem Engagement für den Werner-Porstmann-Preis unterstützt die Rolf W. Günther Stiftung das Ziel der DeGIR, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern und herausragende Leistungen in der Interventionellen Radiologie auszuzeichnen.
Der Vorstand der DeGIR dankt der Rolf W. Günther Stiftung herzlich für diese Förderung.
Auswahlkriterien
Der Preis wird verliehen für die beste wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Interventionellen Radiologie, die in den zwei der Verleihung vorausgehenden Jahren veröffentlicht bzw. zur Veröffentlichung angenommen wurde. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und die Preisverleihung findet während des Interventionell Radiologischen Olbert Symposiums (IROS) statt. Einreichende Autor:innen müssen Mitglied der DeGIR sein. Den Hauptteil der zugrundeliegenden Studien sollten Bewerber:innen hauptsächlich selbständig durchgeführt haben. Es darf nur eine Publikation eingereicht werden.
Bewerbungsunterlagen und Fristen
Die Bewerbungsunterlagen enthalten die wissenschaftliche Arbeit, einen kurzen Lebenslauf sowie ein Schriftenverzeichnis der letzten zwei Jahre, an denen die einreichende Person als Erst- oder Letztautor:in beteiligt war. Bei Veröffentlichungen mit mehreren Autor:innen ist der Bewerbung eine Bestätigung des bzw. der Vorgesetzten beizufügen, die ausweist, dass die einreichende Person den entscheidenden Anteil an der Veröffentlichung trägt.
Die Bewerbungsunterlagen sind per E-Mail in elektronischer Form (PDF-Dokument) bis zum 30. Juni eines jeden Jahres an die DeGIR-Geschäftsstelle einzureichen:
E-Mail: degir@drg.de
Jury Werner-Porstmann-Preis
Die Jury setzt sich wie folgt zusammen:
- Präsident:in der DeGIR (Leitung)
- Präsident:in elect der DeGIR
- Leitung DeGIR-Lenkungsgruppe Wissenschaft und Forschung
- Wissenschaftskoordinator:in der DRG
- Vorstand der Rolf-W.-Günther-Stiftung
Preisträger:innen 2026
Preisträger:innen 2013-2026
| 2026 | Prof. Dr. med. Peter Sporns & PD Dr. med. Lynn Jeanette Savic |
| 2025 | PD Dr. med. Federico Collettini |
| 2024 | Dr. med. Lea Hitpass |
| 2023 | Prof. Dr. med. Benedikt Schaarschmidt |
| 2022 | Prof. Dr. med. Gerd Grözinger Prof. Dr. med. Ulf Teichgräber |
| 2021 | - |
| 2020 | Dr. med. Federico Pedersoli |
| 2019 | Dr. med. Wibke Uller |
| 2018 | Prof. Dr. Bernhard Meyer PD Dr. Andreas Maßmann |
| 2017 | Dr. med. Dominik Franz-Josef Vollherbst |
| 2016 | PD Dr. med. Matthias Grothoff |
| 2015 | PD Dr. med. Ulrike Stampfl |
| 2014 | Dr. med. Philipp Wiggermann |
| 2013 | Dr. med. Christof-Matthias Sommer |
Prof. Dr. med. Werner Porstmann (1921-1982)
Werner Porstmann war ein deutscher Radiologe und Pionier Interventioneller Radiologie und Interventioneller Kardiologie. Nach Facharzt und Habilitation, baute er an der Berliner Charité als Professor eine Spezialabteilung für kardiovaskuläre Diagnostik auf. 1981 wurde er Direktor des neu geschaffenen Instituts für kardiovaskuläre Diagnostik an der Charité.
Neben vielen medizinischen Verdiensten, führte Porstmann die erste Koronarangiografie (1959) durch, danach die erste Vertebralisangiografie. Seit 1964 widmete er sich der Diagnostik angeborener Herzerkrankungen bei Kindern. Die Entwicklung der perkutanen Behandlung des offenen Ductus arteriosus Botalli im Jahr 1967 zählt ebenso zu seinen Leistungen.
Porstmann gelang 1973 mit Hilfe eines „Korsett-Ballons“ die erste periphere Ballonangioplastie als Grundlage für die heutige Behandlung von Gefäßstenosen und -verschlüssen. Außerdem wird ihm die erste Embolisation bei pulmonalen AV-Fisteln zugeschrieben.
Quellen: DRG, Wikipedia