Interview
Die Rolle der Interventionellen Radiologie im BDR
Herr Professor Helmberger, welche Rolle spielt der BDR im Bereich der Interventionellen Radiologie?
Der BDR versteht sich als berufspolitischer Ansprechpartner für alle Radiologinnen und Radiologen – unabhängig davon, ob sie in Klinik oder Praxis tätig sind. Die Interventionelle Radiologie ist dabei ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Wir bearbeiten diese Themen in enger Abstimmung mit der DRG und der DeGIR, um fachliche und berufspolitische Interessen gemeinsam zu vertreten.
Welche Auswirkungen haben die Hybrid-DRGs und der politische Fokus auf stationsersetzende Eingriffe auf die Interventionelle Radiologie?
Mit der Einführung der Hybrid-DRGs und dem politischen Ziel, mehr Eingriffe ambulant oder stationsersetzend durchzuführen, hat die Interventionelle Radiologie deutlich an Bedeutung gewonnen. Seit 2026 sind viele radiologisch-interventionelle Verfahren im Hybrid-DRG-Katalog enthalten. Gleichzeitig stehen wir vor Herausforderungen wie der sektorengleichen Vergütung, der unzureichenden Berücksichtigung von Sachkosten und der insgesamt noch nicht auskömmlichen finanziellen Ausstattung.
Wie positioniert sich der BDR zu aktuellen Diskussionen rund um die Öffnung der QS-Richtlinie für vaskuläre Eingriffe?
Die Bestrebungen anderer Fachrichtungen, die QS-Richtlinie für vaskuläre Eingriffe über die Radiologie hinaus zu öffnen, beobachten wir sehr aufmerksam und haben ihn auch aktiv begleitet. In diesem Zusammenhang haben wir gemeinsam mit den beteiligten Fachgesellschaften einen konsentierten Vorschlag erarbeitet und Gespräche mit der KBV geführt. Eine endgültige Entscheidung steht derzeit noch aus.
Welche strukturellen Maßnahmen hat der BDR ergriffen, um der wachsenden Bedeutung der interventionellen Radiologie gerecht zu werden?
Aufgrund der steigenden Relevanz haben wir nach Absprache mit der DeGIR im BDR einen an den Vorstand direkt angebundenen Ausschuss „Interventionelle Radiologie“ eingerichtet. Den Vorsitz übernimmt Prof. Dr. med. Marcus Katoh aus Krefeld. Weitere Mitglieder sind Prof. Dr. med. Niels Zorger aus Regensburg, Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Jakobs aus München sowie Dr. Michael Herzau aus Jena. Zur Beratung von Themen aus der Interventionellen Radiologie wird dann der Vorsitzende zu den entsprechenden Vorstandssitzungen mit eingeladen. In dieser Konstellation bündeln wir gezielt Expertise, um die aktuellen Herausforderungen strukturiert anzugehen und die Interventionelle Radiologie weiter zu stärken.
Wir danken Ihnen für das Gespräch, Herr Professor Helmberger!